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Warum werden Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), zeitlich begrenzt zurückgestellt?

Einige Infektionskrankheiten können beim Sex übertragen werden. Es gibt Sexualverhalten, das statistisch betrachtet mit einem höheren Übertragungsrisiko verbunden ist. Dazu zählt zum Beispiel Sex mit häufig wechselnden Partnerinnen und Partnern oder Sex unter Männern. Daher dürfen Menschen mit einem bestimmten Sexualverhalten kein Blut spenden, solange sie sexuell aktiv sind.

Es geht um die Sicherheit von Blut und Blutprodukten

Jede Blutspende wird im Labor auf schwere Infektionskrankheiten getestet. Die genutzten Tests sind äußerst zuverlässig, haben jedoch einen schwachen Punkt: Hat sich eine Person frisch angesteckt, so besteht ein Zeitfenster, in dem die neue Infektion im Blut noch nicht nachgewiesen werden kann.

Bekannte Infektionskrankheiten wie Hepatitis oder HIV können nach diesem Zeitfenster recht zuverlässig nachgewiesen werden. Doch zeigt die Geschichte, dass immer wieder neue Infektionskrankheiten auftreten, die übers Blut übertragen werden können. Gängige Tests können diese nicht entdecken.

Rückstellung ergänzt die Laboruntersuchung

Da die Laboruntersuchungen von Blutproben eine Infektion nicht vollständig ausschließen können, werden Personen mit einem erhöhten Infektionsrisiko von der Blutspende zurückgestellt oder - je nach Risikopotenzial - ganz ausgeschlossen.

Gründe für ein erhöhtes Infektionsrisiko

Die Gründe für ein erhöhtes Infektionsrisiko sind vielfältig. So ist etwa eine Reise in einige südliche Regionen mit einem erhöhten Risiko für eine Malariainfektion verbunden. Statistisch betrachtet geht auch ein bestimmtes Sexualverhalten mit einem erhöhten Infektionsrisiko für verschiedene Krankheiten einher.

Menschen, deren Sexualverhalten statistisch gesehen mit einem erhöhten Risiko für bestimmte Infektionskrankheiten verbunden ist, dürfen zwölf Monate nach ihrem letzten Sex wieder Blut oder Plasma spenden. Dazu zählen unter anderem Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), heterosexuelle Menschen mit häufig wechselnden Sexpartnerinnen und -partnern oder Sexarbeitende.

Infektionsrisiko wird mit dem Spender-Fragebogen abgefragt

Das persönliche Risiko, sich mit bestimmten Infektionskrankheiten angesteckt zu haben, wird mit Hilfe des Spender-Fragebogens erfasst. Manchen Menschen mag der Fragebogen sehr lang und sehr persönlich erscheinen. Doch gewissenhafte Angaben sind wichtig, um jede - wenn auch nur statistische - Wahrscheinlichkeit einer Krankheitsübertragung auszuschließen.